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Unser Blick auf das Online-Marketing im Sport-Business

Digitale Vermarktungspotenziale in der Fußball-Bundesliga: Inszenierung der Spieler als Corporate Influencer & Traffic-Lotsen

Das Transferfenster in der Fußball-Bundesliga schließt am 1. Februar. Im Januar 2020 feierte Borussia Dortmund mit dem Kauf von Torjäger-Toptalent Erling Haaland einen Super Coup – der junge Norweger schoss sofort Tore am Fließband und sich auch in die Herzen der BVB-Fans. Im aktuellen Transferfenster sorgt besonders die Transaktion von Eintracht Frankfurt für ähnliche Schlagzeilen. Manager Fredi Bobic holte den teuersten Transfer-Star der Vereinsgeschichte auf Leihbasis zurück nach Frankfurt: Toptorjäger Luka Jovic von Real Madrid avancierte auf Anhieb zum Torjäger, Hoffnungsträger und Fanliebling. Diese Transfers befeuern reales Faninteresse wie digitales User-Verhalten gleichermaßen – und bieten den Bundesligisten somit neue kommerzielle Chancen inmitten der kapitalen pandemischen Folgen für die Clubkassen. Das erhofft sich auch der abstiegsgefährdete FC Schalke 04 mit seinen beiden Winter-Rückholaktionen, zumal beide Ex-und-jetzt-wieder-Schalker Star- und Fanliebling-Status mitbringen: Klaas Jan Huntelaar von Ajax Amsterdam und Sead Kolasinac von Arsenal London, den die Fans „Seo“ rufen. Unbeabsichtigt weist der Spitzname auf die Bedeutung von SEO (Search Engineering Optimization) hin: Den relevanten Online-Marketing-Baustein, der fundamental nötig ist, um die digitalen Chancen, die sich für die Clubs in Kooperation mit ihren Spielern ergeben, nachhaltig nutzen zu können!

Das und mehr zeigen wir in dieser Analyse auf:

  • Wie groß das Suchanfrageninteresse der Fans bei Google nach ihren Fanlieblingen ausfällt und wie wichtig es für die Clubs ist, diese Nachfrage als Traffic-Boom zu nutzen, indem die Suchanfragen auf die Club-Website gelotst werden (SEO als Schlüssel zum Erfolg).
  • Dass es den Bundesligisten im Vergleich zu den Liga weit schwachen Performancewerten (SEO/Google-Suchanfragen-Rankings) der Analyse im Juli 2019 aktuell zwar viel besser gelingt, mit ihren Club-Websites zu ihren Stars zu ranken. Dennoch tappen auch mit so starker Marketing-Power ausgerüstete Clubs wie der FC Bayern München und Borussia Dortmund ausgerechnet im Zusammenspiel mit einigen besonders gefragten Topstars wie zum Beispiel Erling Haaland und Leroy Sané immer noch in digitale Abseitsfallen.
  • Dass die Zeit gekommen ist für eine Vermarktungsoffensive, die dadurch gekennzeichnet ist, dass Clubs mit ihren Stars/Fanlieblingen als Clubfluencer (Mikro-/Makro-Influencer) verstärkt digitale Doppelpässe spielen. Dazu haben wir die lukrative Bedeutung der Mediamehrwerte der Stars anhand verschiedener „Preisklassen“-Hochrechnungen skizziert.
Felix Benckendorff, web-netz
Felix Benckendorff, web-netz – Bildnachweis: web-netz

Felix Benckendorff, Head of Consulting und Leiter web-netz Sports:

„Da mit den TV- und den Spieltagseinnahmen 45 Prozent der Einnahmen durch die Pandemie-Lockdowns wegbrechen, müssen kompensierende kommerzielle Quellen erschlossen werden. Daher stehen mehr denn je die digitalen Kanäle als lukrative Wege im Mittelpunkt des Monetarisierungsinteresses. Denn digitale Touchpoints kennen keine Grenzen, bieten den Clubs daher ganz neue Chancen.“

„Da die Influencer im Club greifbar vorhanden sind mit den Stars, muss nur noch zielgerichtet organisiert und SEO-optimiert aufbereitet werden, auf Basis einer fortlaufenden Prüfung bzw. Pflege, damit auf der Web-Entwicklungsebene nichts in eine falsche Richtung geht“.

 „Es geht um Website-Technik, Benutzerfreundlichkeit sowie Content! Der erste Schritt ist dabei eine detaillierte SEO-Analyse inklusive einmaliger technischer Optimierung.“

Impulsgeber für verstärktes Jagdfieber nach Fanartikeln auf Instagram

Um Fanlieblinge kommerziell in Szene zu setzen, kommen als Clubfluencer nicht nur Topstars mit besonders großen Reichweiten ab 1 Million aufwärts in Frage, sondern generell viele Profis, weil Bekanntheit und Ansehen zumindest in der jeweiligen Fanclub-Landschaft groß sind. Das gilt für Simon Zoller (42.100 Instagram Follower) als Torjäger des Zweitligisten VfL Bochum (69.600 Instagram F.) ebenso wie für Simon Terodde (66.500 Instagram F.) vom HSV (354.000 Instagram F.) oder auch Fabian Klos (15.400 Instagram F.) als Kapitän von Arminia Bielefeld (94.400 Instagram F.) und für viele weitere Profis.

Prädestiniert zum Auffüllen der Clubkassen bietet sich besonders Social Shopping auf der angesagten Lifestyle-Plattform Instagram an. Hier ein Beispiel, wie Winterneuzugang Luka Jovic auf dem Account von Eintracht Frankfurt Social Selling anreizt. Da Jovic‘ Account das Vielfache an Instagram-Reichweite aufzubieten hat von der Eintracht, wird deutlich, wie groß das Wachstumspotenzial ist! Wie sich die Nutzung der ViP-Accounts berechnen lässt, zeigen wir weiter unten auf.

Eintracht Frankfurt Instagram Post mit Social Shopping Beispielen
Beispiel für Social Shopping mit Luka Jovic – Bildnachweis: @eintrachtfrankfurt auf Instagram

Mediamehrwert-Hochrechnungen für unterschiedliche Reichweiten-Größenordnungen

Hier führen wir Hochrechnungsbeispiele für gelingende Wertschöpfungswechselbeziehungen von Clubs, Sponsorenpartnern, Stars und Fans aufs Feld – und zwar anhand vier verschiedener „Reichweiten-Größenordnungen“:

  • Dortmunds Shootingstar Erling Haaland / 6 Mio. Instagram Follower
  • Frankfurts Fanliebling Luka Jovic / 2.2 Mio. Instagram Follower 
  • Hertha BSC-Star Matheus Cunha / 232. Tsd. Instagram Follower

Option: Clubs aktivieren digitale Sponsorships via Instagram Accounts ihrer Profifußballer. Das geschieht mit einer Content-Serie beispielsweise für eine Uhren-Marke oder eine Sneaker Brand: 8 Postings im Zeitraum von 8 Wochen mit 8 verschiedenen Uhren-/Sneaker-Modellen. Damit eröffnet sich ein optionales Monetarisierungspotenzial, dem dieses Mediamehrwert-Berechnungsmodell  zugrundeliegt:  Gemäß der Media-Faustregel können etwa 30 % der Instagram Follower der Star-Accounts organisch erreicht werden. Zudem hat ein TKP (Tausender-Kontakt-Preis) von 20 Euro Gültigkeit.

30 % organisch erreichte Follower von 6 Mio. Insta-Follower von Haaland = 1.800.000

Dividiert durch 1000 x 20 (Tausender-Kontakt-Preis 20 Euro) = ca. 36.000 Euro pro Posting. Eine Content-Kampagne mit 8 Postings entspräche also 288.000 Euro! 

30 % organisch erreichte Follower von 2.2 Mio Insta-Follower von Jovic = 660.000

Dividiert durch 1000 x 20 (Tausender-Kontakt-Preis 20 Euro) = ca. 13.200 Euro pro Posting. Eine Content-Kampagne mit 8 Postings entspräche also 105.600 Euro! 

30 % organisch erreichte Follower von 232.000 Insta-Follower von Cunha = 1.392

Dividiert durch 1000 x 20 (Tausender-Kontakt-Preis 20 Euro) = ca. 1.392 Euro pro Posting. Eine Content-Kampagne mit 8 Postings entspräche also 11.163 Euro!

Anmerkung.: Werden neben Instagram auch die anderen Kanäle (Facebook, Twitter, TikTok etc.) der Clubfluencer ins Spiel gebracht, erhöht sich entsprechend das Monetarisierungspotenzial.

Achtung Abseitsfalle im Titelkampf um Traffic

Nachdem wir oben mit Mediamehrwert-Hochrechnungen skizziert haben, wie lukrativ Fanlieblinge in Szene gesetzt werden können via digitale Sponsorship-Aktionen, wenden wir uns nun dem Thema der Online-Messbarkeit der Fan-Nachfrage (Interesse an den Profifußballern) zu. Wie beliebt oder nachgefragt Fußballprofis bei den Fans sind, darüber gibt das Suchvolumen bei Google Aufschluss. Aber Achtung Abseitsfalle: Längst haben sich den Clubs starke Online-Rivalen im Ringen um das Interesse der Fans/User professionell positioniert. So sichern sich den größten Anteil der hohen Fan-Nachfrage Dritte: Medien, Plattformen und Shops, allen voran transfermarkt.de und wikipedia.de. Die inoffizielle Meisterschaft im Millionen- und Milliarden-Spiel Profifußball um Stars als Traffic-Lotsen und Fans als Touchpoint-Besucher und Shopping-Kunden ist längst entbrannt. Wer die Fußball begeisterten User auf seine Seite lotst, ist nur noch wenige Clicks entfernt von Fanartikel-Abverkäufen.

Allgemeiner Aufwärtstrend, elektrisierende Einzelfälle & Digital-Differenz

Positiv fällt auf, dass viele Vereins-Websites Online-Optimierungsarbeiten mit viel mehr erfolgreichen Spieler-Rankings meistern konnten als noch 2019. Unverändert bleibt dabei die digitale Unterlegenheit der Clubs in der Wettbewerbssituation mit den Drittanbietern, die stets auf dem „Treppchen“ (Position 1 – 3) von Suchergebnisseite 1 thronen. Ziel sollte es sein, direkt dahinter zwischen Position 4 – 6 zu ranken. Anteilig gelingt das auch schon. fcbayern.com rankt mittlerweile deutlich besser zu Suchanfragen nach einigen Topstars, und auch bvb.de kann Ranking-Durchbrüche bei einigen Fanlieblingen verzeichnen. Doch für beide gilt, wenn auch weniger als für die anderen 16 Erstligisten: Da ist noch Luft nach oben, wie hier im Folgenden beschrieben wird.

Best & Worst Cases: RanKings und Baustellen

Um Status Quo und Wachstumspotenzial im deutschen Profifußball auf die Agenda zu rufen, fahren wir hier die Flaggschiffe FC Bayern und BVB auf die „Rampe“.

Anmerkung: Google platziert auf der ersten Suchergebnisseite in der Desktopansicht stets 10 organische Suchergebnisse. Die Anzahl der Textergebnisse kann variieren, wenn zum Beispiel Videos angezeigt werden, Bilder oder News. Dann reduziert Google die Anzahl der Textsuchergebnisse. Die Rankingposition ist dabei aber immer die Position innerhalb der grundsätzlich möglichen Positionen. Und somit ist Position 10 immer auf der 1. Seite von Google.

Google-Ranking-Radar: Durchwachsene BVB- & Bayern-Bilanz

Beide deutschen Global Player Clubs geben aktuell ein diffuses Digital-Bild ab. Bevor wir unten die großen Baustellen aufführen, hier vorab einige erfolgreiche Ranking-Beispiele:

  • Thomas Müller (FCB) 110.000 Suchanfragen / Pos. 7      
  • Robert Lewandowski (FCB) 90.500 S. / Pos. 6
  • Alphonso Davies (FCB) 60.500 S. / Pos. 3      
  • Jerome Boateng (FCB) 49.500 S. / Pos. 7
  • Marco Reus (BVB) 60.500 S. / Pos. 8        
  • Jadon Sancho (BVB) 49.500 S. / Pos. 8   
  • Julian Brandt (BVB) 33.100 S. / Pos. 8

BVB & FCB: Digitales Desaster bei Haaland, Sané  & Co.

Ausgerechnet mit diesen Fanlieblingen, elektrisierenden Typen und Gamechanger-Player misslingt es dem FC Bayern wie dem BVB, das Suchvolumen auf die Club-Website zu lenken: Haaland, Hummels, Bellingham, Gnabry, Coman und Sane!

Hier die ernüchternden Analysewerte der Fanlieblinge:

  • Erling Haaland (BVB): 110.000 Suchanfragen / Position > 20
  • Mats Hummels (BVB): 60.500 / Pos. 12
  • Jude Bellingham (BVB): 22.200 / Pos. 11
  • Leroy Sane (FCB): 74.000 / Pos. > 20
  • Serge Gnabry (FCB): 49.000 / Pos.> 20 
  • Kingsley Coman (FCB): 22.500 / Pos. > 20

Umso bedauerlicher und kostspieliger, da sich insbesondere mit diesen Publikumsmagneten viel kreativer Content mit kommerzieller Note generieren lässt – wie dieses Beispiel des BVB-T-Shirts mit Haaland in Yoga-Pose als Emoji zeigt:   

Borussia Dortmund Onlineshop T-Shirt mit Erling Haaland Druck
Bildnachweis: BVB FanShop

Max Kruse und Loris Karius von Union Berlin

Mit je 60.500 Suchanfragen im monatlichen Durchschnitt sind Max Kruse und Loris Karius die mit Abstand am stärksten nachgefragten Spieler im Kader von Union Berlin. Doch sowohl bei Kruse, der nicht nur online sondern auch auf dem Rasen am Ball ein Leader der Ost-Berliner ist, als auch bei Keeper Karius, der über Liverpool und Istanbul als Leihspieler bei Union sportlich lediglich ein Reservistendasein fristet – allerdings in der Glamour-Szene durch seine Berliner Lebenspartnerin Sophia Thomalla im Rampenlicht steht – rankt die Union-Website nicht, bleibt unbesehen im Niemandsland > 20!

„Härtefall“ Hertha: Trister Trikot-Content & Guendouzis Gala-Reichweite

Instagram-Postings, die das Social Media-Wachstumspotenzial von Hertha BSC deutlich machen: Der international renommierte Kicker Guendouzi generiert mehr als 110.000 Likes mit seinem Jubelfaust-Posting und taggt @herthabsc, während Hertha BSC am 28. Dezember 2020 das Heimtrikot mit dem neuen Brustsponsor auf eine nüchterne Art und Weise präsentiert ohne jegliche Animation und Einbindung von Stars wie Guendouzi – entsprechend mau fällt die kommentarlose Resonanz aus mit nur 8.385 Likes!

Mau sieht es auch für die Website von Hertha BSC aus beim Blick auf die Google-Suchergebnisseiten: Sowohl zum brasilianischen Nationalspieler Cunha (6.600 Suchanfragen) als auch zum französischen von Arsenal London ausgeliehenen Jungstar Guendouzi (1.600 Suchanfragen) gelingt herthabsc.de kein Ranking (je Rang > 20). Minuspunkte in der Traffic-Tabelle!

Hertha BSC Berlin Instagram Post zum Verkauf des Heimtrikots
8.383 Likes

Bildnachweise: Hertha BSC und Guendouzi auf Instagram

Instagram Post von Hertha BSC Profi Guendouzi
113.631 Likes

Da Cunha und Guendouzi als extrovertierte Kicker nicht nur sportlich im Mittelpunkt stehen, sondern auch als Typen viel Content-Potenzial mitbringen, bieten beide erhebliches Wachstumspotenzial für den Club im Kontext von digitaler Sponsoringverlängerung/Vermarktung! Denn attraktiv sind nicht nur die Spieler mit den ganz großen digitalen Reichweiten oder Suchanfragenzahlen wie Lewandowski, Haaland & Co., auch Profis aus der 2. Liga besitzen Potenzial – betont auch Online-Marketing-Experte Felix Benckendorff:

„Micro-Influencer finden sich reihenweise in allen Clubs. Es sind also nicht nur die Topstars, die für die Clubs mit ihren Mediawerten interessant sind als Werbeträger, Botschafter und Content-Quellen.“

Bundesliga-Clubfluencer: Torjäger, Torhüter, Kapitäne, Trainer

Nachdem wir die Topstars des FC Bayern München und von Borussia Dortmund mit den ganz großen Reichweiten und Suchvolumina weiter oben aufgeführt haben, folgt nun eine alle Bundesligisten einbeziehende Datenerhebung. Diese zeigt auszugsweise auf, wie hoch das Suchvolumen ausfällt und wie es den Clubs gelingt, hinsichtlich dieser vier Top5-Kategorien Torjäger, Torhüter, Spielführer und Trainer zu ranken.  

Ermittlungsverfahren: Die Protagonisten mit den fünf stärksten Suchvolumen bilden die jeweiligen Top 5 Rankings. Suchergebnisseite 1 reicht bis Position 10, somit bedeuten die Angaben >20, dass sogar Seite 2 verfehlt wird.

fcbayern.com entgeht viel von Manuel Neuers Supersuchvolumen

Die Kapitäne Marco Reus/BVB, Lars Stindl/BMG und Manuel Neuer/FCB Seite ranken erfolgreich auf Suchergebnisseite 1 – wobei Neuers Platzierung auf Position 10, dem letzten Rang auf Seite 1, laut Statista-Studie höchstselten angeklickt wird. Auch wenn die Click-Wahrscheinlichkeit von 0,73 % nicht wie im außersportlichen Business 1zu1 auf Fußballfans/User Experience übertragen werden kann, hat der FC Bayern München da eine Baustelle. Zumal Neuer mit monatlich 246.000 Suchanfragen mit Abstand von allen Bundesligaprofis die größte Nachfrage im Netz genießt! Das User-Interesse nach den Spielführern Jonas Hector und Marcel Sabitzer zu überführen auf die Club-Websites fc.de und dierotenbullen.com misslingt leider vollends.

Ranking der Bundesliga Kapitäne mit dem größten Suchvolumen bei Google
Anm.: Der Trend bei Manuel Neuer ist dennoch leicht positiv, zumal bayern.com im Sommer 2019 bei weniger (165.000) Suchanfragen sogar noch 3 Positionen schlechter auf Position 13 rankte. Grafik: web-netz Sports, Icon made by  CC 3.0 BY.  from www.flaticon.com.

Torjäger Haaland stürmt an die Suchanfragen-Spitze – ohne BVB-Ranking!

BVB-Toptorjäger Erling Haaland überholt Weltfußballer Robert Lewandowski im Suchanfragen-Ranking. Umso schwerer fällt es ins digitale Gewicht, dass es seinem Club misslingt, auf bvb.de zu ranken. Anders als der FC Bayern München, der das RL9-Jagdfieber der Fans auf die Club-Website zu lotsen versteht mit einer Rankingplatzierung auf Rang 6 der Suchergebnisseite 1. Keine digitale Union schmiedet Union Berlin: So entgeht den Berlinern das Traffic-Potenzial seines am stärksten im Netz nachgefragten Profis Max Kruse. RB Leipzig verfehlt wie bei Captain Sabitzer auch bei Angelino ein erfolgreiches Ranken. 

Ranking der Bundesliga Torjäger mit dem größten Suchvolumen bei Google
Anm.: In dieser Tabelle wurden die jeweiligen besten Top-Scorer der einzelnen Bundesligavereine als Vergleichsbasis genutzt (Stand: 26.01.2020). Grafik: web-netz Sports

Torhüter Trapps Trafficpunkte: Starkes Suchvolumen für eintracht.de

Nach Manuel Neuer gehen die meisten Suchanfragen bei Google nach Bundesliga-Torhütern für Eintracht Frankfurts Kevin Trapp ein. Da der Ex-PSG-Keeper wie auch BVB-Keeper Roman Bürki und Mönchengladbach-Torwart Yann Sommer erfolgreiche Google-Rankings (Seite 1/Position 7) aufweisen, fängt die Club-Website eintracht.de wertvolle Punkte für die Traffic-Tabelle ein.

Ranking der Bundesliga Torhüter mit dem größten Suchvolumen bei Google
Grafik: web-netz Sports, Icon made by Smashicons from www.flaticon.com.

Der Trainer – das vernachlässigte Protagonisten-Potenzial der Clubs!

Bayerns Triple-Trainer Hansi Flick führt das Suchanfragen-Ranking an. Doch dem FC Bayern gelingt es nicht, das User-Interesse auf fcbayern.com zu lotsen – ebenso wenig wie im Fall von TSG Hoffenheim/Sebastian Hoeneß, RB Leipzig/Julian Nagelsmann und Borussia Mönchengladbach/Marco Rose. Wenn nur einer von den 5 aktuell am stärksten im Netz nachgefragten Bundesligatrainern von seinem Club erfolgreich gerankt wird (Terzic/BVB), liegt das brachliegende Potenzial der Gattung Cheftrainer auf der Hand.

Ranking der Bundesliga Trainer mit dem größten Suchvolumen bei Google
Grafik: web-netz Sports, Icon made by surang from www.flaticon.com.

Insbesondere die Cheftrainer der Bundesligisten stehen im Rampenlicht der Öffentlichkeit in dem für Sponsoring betreibende Unternehmen relevanten Content-Kontext von Mitarbeitermotivation, Kommunikation, Leadership, Krisenkompetenz und Resilienz. Themen, die im B2B-Relevanz besitzen! Zudem sind die Kameras Spieltag für Spieltag auch auf die Hauptdarsteller an der Linie gerichtet. Da fällt die Kleidung prominent ins Blickfeld von oftmals Millionen von Fans. Somit kommen Fashion Brands ins Spiel, ob nun casual look oder feiner Zwirn. So hat Julian Nagelsmann zuletzt mit RB Leipzig-Ausrüster Nike einen lukrativen Werbevertrag geschlossen – unübersehbar an der Seitenlinie wie auf dem sportiven Laufsteg präsentiert. Doch da steht noch mehr Potenzial an der Linie hinsichtlich Vermarktung in Aussicht, vor allem für den Club als Arbeitgeber des Trainers. Doch aktuell gelingt das allerdings nur dem BVB mit Edin Tersic, vom Co-Trainer auf die Chefcoach-Position des entlassenen Trainers Lucien Favre gehievt.

#Learnings

#1 Clubfluencer:

Jeder Bundesligaprofi und auch Trainer bietet für seinen Club (Arbeitgeber) kooperatives Vermarktungspotenzial als Mikro- u./o. Makro-Influencer. Es geht darum, das Faninteresse und die Reichweite der Clubfluencer digital für den Club nutzbar zu machen via Aktivierung von Wertschöpfungswechselbeziehungen allen voran den Sponsorenpartnern und Fans.

Trainer in der „Sonderrolle“ als Clubfluencer: Als unvorteilhaft wird zuweilen die begrenzte Halbwertzeit für Trainer (Stand 2019: 15 Monate) im Vermarktungskontext angeführt. Doch das fällt auch dann nicht negativ ins Gewicht im Fall einer vorzeitigen Trennung vor Vertragsende, wenn der Trainer ein authentisches Persönlichkeitsprofil hat, und – noch wichtiger – dieses auch kommuniziert wird.

Beispiel: Lucien Favre genießt den Ruf, ein besonders akribisch arbeitender Übungsleiter auf dem Trainingsplatz zu sein. Favre steht für eine ausgewiesen technisch versierte offensive Spielkultur und als introvertierter Mensch, der seine Emotionen im Griff hat sowie Demut und Bescheidenheit predigt. Das gilt und zählt unabhängig von aktuellen sportlichen Ergebnissen.        

#2 SEO-Performance:

Die Suchmaschinenoptimierung der Clubs verzeichnet seit unserer großen SEO-Bundesliga-Analyse 2019 einen Leistungsanstieg. Dennoch gehen den Club-Websites noch immer Millionen von Suchanfragen der Fußballfans nach Bundesligastars im Netz durch die Lappen, weil es versäumt wird, erfolgreiche Rankings aufzubauen – siehe BVB (Haaland, Bellingham, Can, Hummels) und FC Bayern (Neuer, Gnabry, Coman, Sane). 

Übermächtige Publisher wie wikipedia.de, transfermarkt.de und kicker.de können sicher nicht einfach von den Podestplätzen auf Suchergebnisseite 1 verdrängt werden. Das Mindestziel muss allerdings lauten, auf Suchergebnisseite 1 unter den Top-5 zu landen, um überhaupt eine Chance zu haben, einen relevanten Anteil an den Suchanfragen der Fans auf die Club-Website zu lotsen und somit wertvolle Punktgewinne in der „Traffic-Tabelle“ zu generieren!

#3 S(e)ondertraining:

Es lohnt sich, in SEO-Maßnahmen zu investieren. Bedeutet: die mangelhafte Auslesbarkeit einer Website kompetent in Angriff nehmen, damit Google relevante Informationen auf der Website einfach finden kann. SEO-Spezial- und Sondertraining sollte deshalb auf dem Online-Trainingsplan stehen – hinsichtlich Website-Technik, Usability sowie in puncto Content!

Der erste Schritt ist dabei eine detaillierte SEO-Analyse inklusive einmaliger technischer Optimierung. Da der Content vor Ort greifbar vorhanden ist, muss dieser nur noch zielgerichtet organisiert und SEO optimiert aufbereitet werden. Hinzu kommt eine fortlaufende Prüfung/Pflege, damit auf der Web-Entwicklungsebene nichts in eine falsche Richtung läuft.

Fazit

Der Fußballprofi als Clubfluencer bietet den großen Vorteil, dass er die besondere emotionalisierende Nähe mitbringt als aufwertende Content-Komponente – während den Fußballclubs mehr und mehr Gegenwind aus der romantisierenden Kritik-Ecke von wegen zu viel Kommerzialisierung begegnet. Der Trend hin zum Spieler als „Spielmacher“ im Wertschöpfungsteam mit Fans, Club, Sponsoren und Agenturpartnern bietet daher großes Wachstumspotenzial für innovative, authentische, digitale Vermarktungskampagnen.

Beste Grüße,

Friedhelm


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Bildnachweis Titelbild: web-netz Sports

Bildnachweis Rankingtabellen: web netz Sports / © george tsartsianidis

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